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Stand: 11.08.2007
Ereignisse und Kurzberichte vom
Bogensport im SV Oyten e.V.




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25.01.2010

Landesverbandsmeisterschaft 2010

in Bad Fallingbostel


Die erfolgreichen Bogensportler des SV Oyten holten
gleich vier Landesverbandsmeistertitel


Am 23./24. Januar 2010 fand in Bad Fallingbostel die diesjährige Landesverbandsmeisterschaft der Bogenschützen in der Halle statt.
Vom SV Oyten erreichten 13 Schützen die erforderlichen Limits und qualifizierten sich zur Teilnahme.

Schon am ersten Wettkampftag (Samstag) morgens bewiesen die jungen Schützen eine sehr gute Trainingsform.
Das Junioren A Team erreichte Platz 1 in der Mannschaftswertung und damit Gold für Sonja Dotzauer, Dennis Müller und Timo Wallat.

Bei den weiblichen Junioren B kam dann für Sonja Dotzauer noch einmal der 2. Platz  (Silber) in der Einzelwertung dazu, während sich Timo Wallat auch in der Einzelwertung nur mit Platz 1 und der damit verbundenen Goldmedaille zufriedengab.

Ebenfalls galt das für den in der Schülerklasse A startenden Florian Birkholz, der somit das fünfte Gold für den SV Oyten holte.

Am Nachmittag in den Gruppen Altersklasse, Recurve und Compound konnten zwar keine Podiumsplätze erreicht werden, aber es gelangen ein paar gute Platzierungen im vorderen Mittelfeld.

Am zweiten Wettkampftag (Sonntag) trat in der Schützenklasse Manuel Augner für die Oytener Bogenschützen an. Der  3. Rang in der Vorrunde qualifizierte den seit Kurzem in der 1. Bundesliga schießenden Augner für das Finale der besten 16 Schützen.

Mit seiner konstanten Leistung schob er sich bis ins Goldfinale nach vorne, wo er auf Florian Flotho vom SV Querum traf, der als Juniorenweltmeister ebenfalls zu den deutschen Eliteschützen zählt.
Nervenstark schaffte Augner ein 115 : 115 unentschieden und entschied dann auch das Stechen mit einem Ring Vorsprung für sich. Damit holte er dann erneut Gold für die Oytener Bogner.

Allen Schützen einen herzlichen Glückwunsch zu ihren sportlichen Leistungen.



Ergebnis Ergebnisse der Landesverbandsmeisterschaft 2010

 

Nachfolgend für alle, die gerne einmal wissen möchten, was einem Bogensportler wärend eines solchen Turniertages so durch den Kopf geht, hier noch ein Bericht von Manuel Augner, der seine Gedanken und Eindrücke wärend eines solch spannenden Wettkampftages niederschrieb...

Manuel Augner schlägt den amtierenden deutschen Meister
und wird Landesverbandsmeister 2010

Trotz der schlechten Wetterprognose habe ich mich am Sonntag um 6.20 Uhr auf den Weg in die Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel gemacht, um bei der Landesmeisterschaft anzutreten.

Wie auch in den vergangenen Jahren ähnelt dieses Turnier irgendwie immer mehr einem Klassentreffen.
Schon am Eingang stehen bekannte und begrüßen einen freundlich.

Nach einem kurzen Gespräch mache ich mich also auf den Weg Richtung Scheibe, diesmal Nr. 4. Und jedes Jahr wieder schaue ich von meiner Startposition die Halle runter und denke mir "O. K. heute nicht so viel trinken, der Weg zur Toilette ist ziemlich weit", denn die Toiletten sind am anderen Ende der Halle.

Ich schaue mich ein wenig um, sehe vertraute Gesichter und stelle fest, dass es heute wieder ein harter Wettkampf werden kann, denn fast alle Leistungsträger sind auch schon in der Halle.

Ich baue also meinen Bogen auf und stecke mit den iPod ins Ohr, um meinen Kopf ein wenig frei zu bekommen.
So, Bogen aufgebaut, alles dran, Pfeile alle o. k., Federn sind in Ordnung. Nun noch eben die Startnummer holen und dann kann es von mir aus losgehen ...

Denkste, das Turnier startete nicht wie angekündigt um 7.30 Uhr, sondern um 8.30 Uhr, naja was soll's, aber irgendwie war meine anfängliche Gelassenheit nach den Probepfeilen stiften gegangen, irgendwie war kein Rhythmus in mein Schießen hinein zu bekommen. Immer wieder absetzten und das schon zu beginn, so ein Ärger!

Aber wie immer, es war nur Jammern auf hohem Niveau, denn nach den ersten 30 Wertungspfeilen hatte ich immerhin 279 Ringe. Ich erwische mich selber dabei, unzufrieden zu sein.
Beim Training in der Halle mit unseren Nachwuchsschützen sage ich immer "wenn Ihr im Wettkampf dieselbe Ringzahl wie im Training schießt ist aller gut gelaufen, Ihr könnt nur Euer Schießen beeinflussen nicht das der Anderen".

Also Kopf hoch und in die zweite Runde, wo ich noch mal gut 282 Ringe schoss. Kurzer Blick in die ausgehängte Tabelle, an welchem Platz ich denn bin ...
3. Platz, wow, war ja doch ganz gut, dass es noch besser wurde wusste ich ja noch nicht.
Kurze Pause (ca. 1 Stunde) etwas essen, das sauber verdiente Geld am Verkaufsstand am Eingang ausgeben und weiter ins 1/8 Finale. 

Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte, wer denn noch so ins Finale gekommen war. hatte ich auch meinen Gegner für dieses Match gesehen ...
kenn ich nicht...
Aber man sollte einen Gegner nie unterschätzen.

Mein Gegner stellte sich vor und erklärte mir, dass das seine erste Landesmeisterschaft sei und das er total nervös sei.

Ich habe dann versucht ihn ein wenig zu beruhigen, aber nach den ersten 3 Pfeilen (30 / 26) war ihm wohl nicht mehr zu helfen und so hatte ich dann nach 12 Pfeilen 114 Ringe und er weniger.

Im 1/4 Finale hatte ich noch einen Gegner, den ich nicht kannte, aber auch hier hatte ich 114 Ringe und ging damit als Sieger hervor. 
1/2 Finale ging es gegen Frank Keune, neben Florain Floto der als einziger Schütze in der Vorrunde mehr Ringe geschossen hat als ich.

Ich spürte, wie die Nervosität in mir aufsteigt.
An der Scheibe kurz mein Ergebnis ausgerechnet und wieder 114 Ringe. Ich dachte mir "konstante Leistung". Dann Ringansage bei Frank ... Puh schon wieder gewonnen,... wie gewonnen, ich konnte es noch gar nicht glauben, ich habe gerade Silber gewonnen, na Super...

Nur noch "mal eben" gegen den amtierenden deutschen Meister und dann die Medailie abholen.

Und dann ging es los, völlig entspannt ins große Finale.
Nach 3 Pfeilen führte Florian mit 29 zu 27 Ringen, ich hatte eine 8 dabei. Dann die zweite Passe mit 3 Pfeile, beide 29 Ringe. Nach dem die  Pfeile 7-9 gewertet und angezeigt wurden fing das ganze Publikum an zu lachen, alle 4 Bogenschützen hatten die gleiche Trefferquote, 86 Ringe.

Das ist der Moment wo einem das Herz in die Hose Rutsch, ich habe immer noch nicht dran gedacht als Landesmeister die Halle zu verlassen, aber nach 12 Pfeilen waren der Deutsche Meister und ich ringgleich mit 114 Ringen.

Ein Stechen, was war den jetzt los, ich habe die Welt nicht mehr verstanden.
Der Kampfrichter kündigte über Lautsprecher an "Jeder Schütze 1 Pfeil auf den mittleren Spott" ich trat an die Linie, mein Herz klopft wie wild, die Ampel sprang von rot auf grün, ich positioniere mein tap auf der Sehne.. Vielleicht noch einen Tick höher, suche den richtigen Druckpunkt im Bogen, gefunden, spanne vor, ziehe aus, ankere,  ziele..... verdammt, ich bekomme den Pfeil wieder nicht durch diesen Klicker, nach dem Turnier schraube ich das Ding ab.

Ich erhöhe den Druck im Bogenarm noch ein bisschen, "KLICK", dass war er. Pfeil gelöst ->9<-. Dann der Blick zu meinem Kontrahenten und die Stimme im Kopf "er schießt bestimmt wieder eine 10, wie er es schon den ganzen Tag macht".

Die Zeit scheint still zu stehen. Er löst, ich kann den Pfeil im Flug hinterher sehen. 8 ich sehe noch mal hin und kann es nicht glauben, aber er hat wirklich eine 8 geschossen.
Mein Blick schweift von der Scheibe zu Florian, der nur noch den Kopf schüttelt. Es ist also wahr ich bin Landesverbandsmeister, man wie das Leben so spielt. Wir gehen zur Scheibe und es ist wahr, er hat eine 8 und ich wirklich eine 9.

Das Turnier ist vorbei, 165 Pfeile und ich bin mit meiner Kraft völlig am Ende, aber der Eine, der letzte Pfeil, der hängt ab Morgen zuhause an meiner Wand.

Ich gehe zu meinem Bogen, trage ihn zu meinem Koffer und nehme die Glückwünsche der Fans und Zuschauer entgegen. Man bin ich fertig.

Nun noch die Siegerehrung und mit der Erkenntnis nach Hause fahren "Sonntage können so anstrengend sein"...


(Ein persönlicher Bericht von Manuel Augner)


Ergebnis Ergebnisse der Landesverbandsmesiterschaft 2010